Der Garten ist der Ort der Handlung.

Ich setze bei der Arbeitshaltung an. Das Sein, die Handlung, ist die Form. Die Arbeit an den KünstlerGärten bedeutet das Experiment der Seinsweise als Erkenntnismethode.
Sie führt mich in den Garten, weil ich dort anders sein kann.

Die Hinwendung zum Pflanzen bedeutet in Lebensräumen zu denken und Gestalt in ihrer Individualität und Veränderung zu wollen.
Formen entstehen und sind vergänglich. Interaktionen entwickeln und beeinflussen sich.
Es ist das Gegenteil von Stillstand.

Was ist Vegetation? Wo steht sie zwischen Mensch und Materie? Sie ist gleichzeitig unbekannt und doch vertraut, ebenso wie Landschaft, deren Teil sie ist. Vegetation läßt die Landschaft weich erscheinen. Ihr Anblick evoziert spürbare Empfindungen auf der Haut. Vegetation ist der Pelz des Körpers Landschaft. Die Ausstrahlung der Sinnesreize sind vitale Zeichen der Vegetation.

Die Darstellung von Schönheit als universale Größe ist das Thema meiner Arbeit.
Landschaft empfinde ich als Inkarnation von Schönheit.
Ich ergründe die Inhalte von Landschaft mit den Medien Malerei und Inszenierungen. Meine Arbeit KünstlerGärten Weimar ist ein weiteres Annähern und Einkreisen der Bedeutung von Landschaft.

Die Darstellung von Schönheit ist das klassische Thema der Künste. Meine Vorstellung von Schönheit ist umfassend. In dieser Totalität ist sie nicht darstellbar. Mich interessiert die zeitlose Schönheit in ihrer Offenheit. Ich erahne sie in der Natur.

Barbara Nemitz